haselsteiner-landmannIm Jahre 1966 von Herma Haselsteiner und Sepp Landmann nach bayerischem Vorbild gegründet, stellt er neben den Volksliedwerken der Bundesländer eine einzigartige Einrichtung in Österreich dar und hat sich der Pflege der bodenständigen, landschafts- und talschaftsgebundenen musikalischen Volkskultur in ihren Ausdrucksformen Musik, Lied und Tanz, Erforschung und Sammlung von überliefertem Lied- und Musiziergut sowie deren Publikation verschrieben.

Er wird tatkräftig unterstützt von über 1600 Mitgliedern, sowie finanziell gefördert durch das Land Tirol. Besonders wertvoll ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, ohne deren Mithilfe eine derart intensive Verbreitung der musikalischen Volkskultur nicht möglich wäre. Dazu zählen die Kulturabteilung des Landes Tirol, das Amt für Jugend und Familie, das Tiroler Volksliedarchiv, das Institut für musikalische Volkskunde an der Musikhochschule Mozarteum, der ORF, der uns durch regelmäßige Volksmusiksendungen, aber auch durch die Erhaltung von Tonmaterial große Dienste erweist. Erfreulich ist auch die Zusammenarbeit mit dem Tiroler Sängerbund. Ergebnisse der guten Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Volksmusikkreis sind die gemeinsame Herausgabe des Mitteilungsablattes und zahlreicher weiterer Veröffentlichungen, sowie gemeinsame Veranstaltungen. Gerade durch die Volksmusik wird die kulturelle Einheit des Landes Tirol eindrucksvoll praktiziert. Ob sich die Gründer des Tiroler Volksmusikvereins, Herma Haselsteiner und Sepp Landmann, wohl vorgestellt haben, wie der Verein nun nach 50 Jahren aussieht? Am 9. Dezember 1966 wird bei der Vereinsbehörde der„Tiroler Volksmusikverein, Verein zur Pflege des Volksliedes und der Volksmusik“ angemeldet. Am gleichen Tag findet ein Innsbrucker Adventsingen im Norberti-Saal des Stiftes Wilten statt, gestaltet von Norbert Wallner. Kurz nach der Gründung ergeht ein Rundschreiben an alle Volksmusikfreunde.

Aufgabenbereiche

Gebietsreferenten in den einzelnen Bezirken sollen den Kontakt mit den Volksmusikfreunden erleichtern.
Der (selbstgestellte) Aufgabenbereich des Tiroler Volksmusikvereins umfasst eine breite Palette:

Folgende Veranstaltungen werden regelmäßig durchgeführt:

  • Musizierwochen
  • Singwochen
  • Kindersingwochen
  • Wochenendseminare
  • Sing- und Musiziertage
  • Volkstanzkurse
  • Alpenländischer Volksmusikwettbewerb/Herma Haselsteiner Preis
  • Tiroler Adventsingen
  • Mariensingen
  • Almsingen
  • Oberländer Sänger- und Musikantentreffen
  • Musikantenwallfahrt
  • Sänger- und Musikantenstammtische
  • Volkstanzabende beim Gasthof Bogner in Absam.

(Werfen Sie für Informationen zu aktuellen Veranstaltungen einen Blick in unseren Terminkalender ! )

g’sungen und g’spielt

heißt das Mitteilungsheft des Tiroler Volksmusikvereins, das vierteljährlich erscheint und gemeinsam mit unserem Bruderverein, dem Südtiroler Volksmusikkreis herausgegeben wird. Es vereint die Mitglieder in Nord-, Süd- und Osttirol, informiert, unterhält. Es enthält neben Berichten, Veranstaltungshinweisen, wissenschaftlichen und volksmusikkundlichen Beiträgen auch Lieder und Instrumentalstücke. Dieses wichtige Instrument ist aus der großen Gemeinschaft der Volksmusikinteressierten kaum mehr wegzudenken und hat sich neben ganz unmittelbar zweckorientierten Anlässe auch schon einen bescheidenen Ruf als kleine Fachzeitschrift der Volksmusik erworben. Es erscheint nun schon im 28. Jahr.

Daneben hat der Tiroler Volksmusikverein noch andere Publikationen aufzuweisen:

  • Tiroler Volksmusikblätter, Folge 1 – 17
  • Tiroler Singblätter, Folge 1 – 9
  • Lieder und Stückln für meine Volksmusikfreunde (Johannes Hoffer)
  • Tiroler Volkslieder, Folge 1 und 2 (Peter Reitmeir)
  • Zwanzig Tiroler Liader (Franz Posch)
  • Tirolerisch Gsungen, das neue Tiroler Liederbuch (Peter Reitmeir)
  • Tiroler Adventsingen: Advent und Weihnachtslieder für Männerstimmen (Peter Reitmeir, Peter Moser)
  • Tiroler Adventsingen: Advent und Weihnachtslieder für gemischten Chor (Peter Reitmeir, Peter Moser)
  • Singen is inser Freid, Volkslieder für jung und alt
  • Volksmusikinstrumente, eine Handreichung für Lehrer: Mappe mit Doppel-CD
  • Tiroler Notenstandl: Heft 1 – 24

(Mehr über diese Publikationen erfahren Sie in den Bereichen CDs, Videos und Notenausgaben .)

Ergebnisse der guten Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Volksmusikkreis sind die gemeinsame Herausgabe des Mitteilungsablattes und zahlreicher weiterer Veröffentlichungen, sowie gemeinsame Veranstaltungen. Gerade durch die Volksmusik wird die kulturelle Einheit des Landes Tirol eindrucksvoll praktiziert.

 

40 Jahre Tiroler Volksmusikverein

Erinnerungen von Peter Reitmeir

Ob sich die Gründer des Tiroler Volksmusikvereins, Herma Haselsteiner und Sepp Landmann, wohl vorgestellt haben, wie der Verein nun nach 40 Jahren aussieht? Am 9. Dezember 1966 wird bei der Vereinsbehörde der„Tiroler Volksmusikverein, Verein zur Pflege des Volksliedes und der Volksmusik“ angemeldet. Am gleichen Tag findet ein Innsbrucker Adventsingen im Norberti-Saal des Stiftes Wilten statt, gestaltet von Norbert Wallner. Kurz nach der Gründung ergeht ein Rundschreiben an alle Volksmusikfreunde.

Ich blättere in dem Ordner mit den Sitzungsprotokollen und dem Briefverkehr und viele Erinnerungen werden wach.
1966: Im Radio höre ich von der Gründung des Vereins. Beim ersten „Tirolerisch – Bayerischen Sängertreffen“ im Innsbrucker Stadtsaal bin ich dabei und bin begeistert von den Geschwistern Röpfl, den Schönauer Musikanten, den Brüdern Rehm, den Jagerhäusl Dirndln, den Stanglwirts-Buam, den Tuxer Sängern, den Alpbacher Sängern und Musikanten und vielen anderen, vor allem aber vom Sprecher – Sepp Landmann. Viele derartige Veranstaltungen folgen im Lauf der Jahre.

Ich erinnere mich an das erste Tiroler Adventsingen am 16. Dezember 1967 im Stadtsaal. Rund 100 Sänger und Musikanten werden aufgeboten. Heuer findet es bereits zum 40. Mal statt.

Die ersten von Norbert Wallner und Toni Katschthaler gestalteten Tiroler Liederblätter werden veröffentlicht.

Die Sendung des Tiroler Volksmusikvereins „In der Bauernstubn“ im Radio Tirol wird jeden 4. Samstag im Monat zum Pflichttermin. Vorher gab es schon das Wunschkonzert für Volksmusikfreunde, ebenfalls von Sepp Landmann und Herma Haselsteiner gestaltet. Für mich heißt es, mit dem Tonbandgerät zu warten und vor allem neue Harfenstücke aufzunehmen.
1971 geht Herma Haselsteiner daran, die Tiroler Volksmusik auf Schallplatten zu dokumentieren. Heute sind dies wertvolle Dokumente. Bei der Weihnachtsplatte „Mander von Silber und Gold“ darf ich mitwirken.

Im Jahr 1972 hat der Verein bereits rund 300 Mitglieder.

1973 übersiedelt das Tiroler Adventsingen in das neue Kongresshaus. Auch dieses Mal darf ich mit meinem Freund Wolfgang Schafferer im Harfenduo mitspielen.

Im März 1974 trete ich dem Verein bei und komme gleich in den Vorstand.

Im gleichen Jahr gründet Josef Sulz eine der wichtigsten und wahrscheinlich die größte Volksmusikveranstaltung des Alpenraumes, den „Alpenländischen Volksmusikwettbewerb“. Hitzige Debatten und große Bedenken sind vorausgegangen. Aber der Erfolg hat Josef Sulz Recht gegeben. (In diesem Heft wird darüber berichtet.)

1976 tritt Herma Haselsteiner als Obfrau zurück. Peter Moser, der schon einige Zeit sehr segensreich im ORF Landesstudio Tirol als Volksmusikreferent wirkt, folgt ihr nach. In Imst rufe ich die Tiroler Singwoche ins Leben. Auf meine Anregung wird auch das Mitteilungsblatt „g’sungen und g’spielt“ herausgegeben. Ich übernehme auch die Schriftleitung bis 1981. Unsere Kassierin, Helga Frick, schreibt die Texte mit ihrer elektrischen Schreibmaschine. Gemeinsam mit Sepp Landmann werden die Aufsätze ausgeschnitten und zusammengeklebt. Hans Kelmer druckt die Blätter im Landhaus. Josef Strolz in Telfs heftet die Blätter zusammen und verschickt sie an die Mitglieder. Allmählich wird die Herstellung professioneller und Alfred Konrad, zuerst beim Blickpunkt Telfs, später selbständig, übernimmt die grafische Gestaltung. Bis 2003 ist Walter Pichler Schriftleiter. Er übergibt diese Aufgabe nach 22 Jahren an Joch Weißbacher. Inzwischen wurde in Südtirol im Jahr 1981 unser Bruderverein, der Südtiroler Volksmusikkreis gegründet, eine gute Zusammenarbeit beginnt.
Ebenfalls 1981 gründet Florian Pedarnig die Tiroler Musizierwoche, die sich neben der Singwoche in Imst zu den wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen entwickelt.

Eine Fülle von Fortbildungsveranstaltungen folgt: Wochenendsingen, Singseminare, Gitarrekurse usw..
Wichtig für uns ist die Herausgabe von Volksmusiknoten. Wir versuchen, vor allem den reichen Schatz von Tiroler Volksliedern und Instrumentalstücken den Sängern und Musikanten zugänglich zu machen. Neben verschiedenen Liederbüchern entsteht die Reihe „Tiroler Notenstandl“, in der kürzlich das 14. Heft erschienen ist.
Eine besonders herausragende Ausgabe ist die Neuauflage der „Tiroler Volsklieder“ von Franz Friedrich Kohl.

Die Zahl der Mitglieder steigt stetig, bis heute sind es ca. 1400.

Otto Ehrenstrasser übernimmt die Volksmusikausbildung am Tiroler Landeskonservatorium, für einen Teil seiner Arbeitszeit steht er als Volksmusikpfleger zur Verfügung. Viele junge Musikanten absolvieren das Konservatorium und sind dann wichtige Multiplikatoren für die Volksmusik in den Musikschulen.

Nach dem Peter Moser nach 10 Jahren seine Obmannschaft zurücklegt, übernimmt Sepp Landmann dieses Amt. Es wird versucht, alle volksmusikalisch tätigen Kräfte des Landes zusammenzufassen. So ist der Vorstand eine hochkarätige Gemeinschaft von Volksmusikpflegern, aktiven Musikern und beratenden Mitgliedern. Um noch näher an unsere Mitglieder in den Bezirken des Landes heranzukommen, werden die Bezirksvertreter eingeführt.

Im Jahr 1992 darf ich die Obmannschaft übernehmen, gleichzeitig auch die Leitung des Alpenländischen Volksmusikwettbewerbs. Eine große Menge an Verantwortung und Arbeit kommt auf mich zu. Bisher habe ich die Singwoche in Imst und die regelmäßigen Volkstanzkurse in Innsbruck geleitet. Die Arbeit macht aber Freude, weil man im ganzen Land die Früchte unserer Tätigkeit sehen kann. Außerdem funktioniert die Zusammenarbeit unter den Vorstandsmitgliedern bestens.

Was uns noch nicht geglückt ist, ist die Einrichtung eines hauptamtlichen Volksmusikpflegers, der vom Land Tirol installiert wird und neben den vielen ehrenamtlichen Helfern die Volksmusik weiterbringen soll.

Worauf ich stolz bin, ist der gute Zusammenhalt in unserer großen Volksmusikfamilie. Alle ziehen an einem Strang und haben das gleiche Ziel: unsere Volksmusik hinüberzutragen in die nächste Generation.

Peter Reitmeir

 

 

Jetzt Mitglied werden

Tiroler Brauchtum in seiner schönsten Form leben, der traditionellen Tiroler Volksmusik. Und ganz nebenbei erhalten Sie unsere vierteljährliche Mitgliederzeitschrift sowie attraktive Vergünstigungen bei unseren Partnerbetrieben in ganz Tirol.

Über Vorteile informieren >